Empathie-Post: der Klang von Empathie

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Willkommen bei der Empathie-Post. Im Update dieser Woche wird es musikalisch. Mit Musik ist es möglich, auf etwas andere Art mit anderen Menschen in Verbindung zu gehen. So geschehen am letzten Samstag in der Empathie-Lounge, dem Übungsplatz für gelingende Kommunikation,

Jede Woche greife ich Gedanken aus Gesprächen und der Empathie-Lounge auf und teile mit dir Erfahrungen zu effektiver und wertschätzender Kommunikation, erfüllende Beziehungen und kleine Schritte für ein zufriedenstellendes und glückliches Leben.

Höre in dich hinein

Ich möchte dir ein paar Fragen stellen. Wenn du dich darauf einlassen möchtest, dann bitte ich dich, jede dieser Fragen, bevor du sie weiterliest, einige Sekunden lang auf dich wirken zu lassen. Schließe zwischendurch gerne auch kurz deine Augen. Ich bin sicher, dass dieser Text dadurch für dich zu etwas ganz Persönlichem wird.

Welche Melodie fällt dir spontan ein?

Was ist dein schlimmster Ohrwurm?

Welche Musik versetzt dich in Bewegung, oder bringt dich gar zum Tanzen?

Welche Musik bringt dich zum Weinen?

Wo hörst du Musik am liebsten?

Zu welcher Musik hast du das erste Mal mit jemanden getanzt?

Hörst du Musik, wenn du traurig bist?

Was kann Musik?

Hast du schon mal einen Moment erlebt, in dem 60.000 Menschen gleichzeitig emotional einen Song von ganzem Herzen gemeinsam singen? Hast du da eine Verbundenheit mit den vielen Menschen gespürt?

Musik kann vieles. Sie kann dafür sorgen, im Takt mitzuschwingen, gar zu tanzen. Sie kann motivieren und bringt uns auf andere Gedanken. Sie kann deinen Rhythmus beim Laufen mitbestimmen und Geschichten erzählen. Musik kann Freude ausdrücken und Menschen zum Weinen bringen. Musik sagt auch etwas darüber aus, wer wir sind, was wir denken und fühlen.

Oder, wie es kürzlich in einem Gespräch so schön formuliert wurde: „Musik kann auch eine Art in den Arm nehmen sein.“

Musik ist schon lange ein Mittel, um sich miteinander zu verbinden und löst in Menschen allerlei Gefühle aus und ich würde auch so weit gehen, dass Musik dafür sorgen kann, sich auf jemanden besonders empathisch einzulassen.

Musik kann auch eine Art in den Arm nehmen sein.

Alexandra Perl

Abbild der Persönlichkeit

Ich habe mich letzte Woche gefragt: Wie reagieren eigentlich unterschiedliche Menschen, wenn du mit ihnen gemeinsam ganz bewusst dein Lieblingslied hörst? Was machen diese Menschen aus dem, was sie hören und darüber nachdenken, was dieser Titel für dich bedeutet und welche Rolle er für dich spielt?

Die Empathie-Lounge ist auch immer eine Spielwiese für kleine Experimente. Also suchte ich mir letzte Woche einen ganz speziellen Titel aus, den ich mit meinen Gästen gemeinsam hören wollte und ließ sie anschließend darüber austauschen, was ihnen beim Hören aufgefallen ist. Es war interessant zu hören, was sie zu teilen hatten, aber auch spannend festzustellen, welche Dinge sie teilweise ohne zusätzlichen Kontext überhaupt nicht mitempfinden konnten.

Geschmackssache?

Mit der Empathie ist es ja so eine Sache, je unterschiedlicher die eigenen Erfahrungen mit denen einer anderen Person sind, desto herausfordernder oder gar unmöglich kann es sein, sich in diese Person hineinzufühlen. Das ist nicht generell dramatisch, denn oft reicht allein der Versuch, oder die Ehrlichkeit sagen zu können: „Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie du dich fühlen musst. Ich möchte aber, dass du weißt, dass ich an deinen Gefühlen Teilhaben möchte.“

Bei Musik ist das ähnlich. Musikgeschmack ist unterschiedlich, wie es Lebenswege sind. Es lohnt sich jedoch, sich auch in Musikrichtungen hineinzufühlen, die man vielleicht eigentlich ablehnt, denn lernen wir nicht immer dort am meisten Neues, wo wir uns am wenigsten auskennen?

Wenn du dieses Lied hörst

Der Song, den ich in der letzten Woche mit meinen Empathie-Lounge Besucher/innen geteilt habe, stammt von der schwäbischen Band “Pur” und der heißt: “Wenn sie diesen Tango hört”.

Ein Song über eine Omi, die sich über die Tangomusik in ihrer Vorstellung an die Zeit mit ihrem verstorbenen Mann zurückerinnert. Sie erinnert sich mit Wehmut daran, wie wenig Zeit sie gemeinsam verbringen konnten, weil erst Krieg und dann Arbeit die Leben so sehr eingenommen haben. Und jetzt wäre doch endlich Zeit für sie und ihren Mann, doch war er nicht mehr da. Dieser Song ist für mich ein gutes Beispiel für die Kraft und Bedeutung, die Musik für Menschen haben kann. Ich bekomme jedes Mal Gänsehaut, wenn ich das Lied in der Liveversion höre, in der tausende Menschen ein Lied lauthals mitsingen, in dem es um die Einsamkeit geht unser aller Sehnsucht nach Nähe.

Für mich steht es auch für Hoffnung, Mitgefühl und Wertschätzung. Wenn du neugierig bist, dann kannst du das Lied hier hören: Wenn sie diesen Tango hört (Live) – YouTube

Deine Playlist

Ich bin mit unterschiedlichster Musik aufgewachsen. Mein Dad ist leidenschaftlicher Musikhörer und DJ. Mit ihm könnte ich stundenlang damit verbringen, verschiedene Soundtracks für unterschiedliche Stimmungen zu erstellen. Ich muss immer wieder feststellen, dass mich seine Musik stark mitgeprägt hat und dass viele Lieder, die ich kenne, nicht nur einer bestimmten Zeit zuordne, sondern auch mit meinen individuellen Lebenssituationen.

Spontan fällt mir ein Tanz mit einem früheren Schwarm ein, eine Junge Frau, mit der ich nie zusammen war, aber einen Tanz teilen durfte. Wenn ich den Song höre, dann denke ich unausweichlich auch immer an diesen Moment. Oh, da kommt bei mir Kopfkino auf und ich merke beim Schreiben, wie mir ein Grinsen über die Lippen kommt, gefolgt von einem kleinen Gänsehautmoment. Ich frage mich, wie eigentlich der Soundtrack meines Lebens aussähe und welche Songs stehen für welche Erinnerungen? Zeit mit dem Schreiben aufzuhören und die Kopfhörer auf. Ach ja, du bist ja auch noch da. Wie wäre es, wenn du dir auch Gedanken dazu machst?

Was hältst du von einer musikalischen Reise durch dein Leben?

Was wäre der Soundtrack deines Lebens?

Was sagt dein Lieblingslied über dich aus?

Hinterlass mir doch deine Lieblingsmusik oder gar deinen Soundtrack in den Kommentaren.

Lebe sinnvoll,

Björn

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