Empathie-Post: Lachend und vielfältig Frieden stiften

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Weg in der Natur. Text: Der Weg den wir gemeinsam gehen
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Willkommen bei der Empathie-Post in dieser Woche. Jede Woche greife ich Gedanken aus Gesprächen und der Empathie-Lounge auf und teile mit dir Erfahrungen zu effektiver und wertschätzender Kommunikation, erfüllende Beziehungen und kleine Schritte für ein zufriedenstellendes und glückliches Leben. Jeden Samstag um 11 Uhr öffne ich die digitalen Türen zu mir und biete allen Besuchern einen Übungsplatz für gelingende Kommunikation. Schreibe mir doch eine E-Mail, wenn du dabei sein möchtest.

“Schatz, es ist Heute!”

Dieser Satz hat bei uns im Haushalt Tradition. In der Regel fällt er irgendwann am Freitag, dem Tag, wenn es eine neue Ausgabe der „Heute Show“ gibt. Unsere 11-jährige Tochter ist bei uns sogar der größte Fan der Nachrichten-Satire-Sendung. Mich fasziniert nicht nur ihre Fähigkeit, den Sarkasmus zu verstehen, sondern mich erstaunen die immer wieder daraus entstehenden tiefsinnigen Gespräche über gesellschaftliche Themen, die dadurch bei uns in der Familie angeregt werden. In dieser Ausgabe der Empathie-Post erfährst du ein wenig darüber, wo solche Gespräche hinführen können.

Kann man darüber lachen?

Meine Frau und ich bemühen uns darum, Themen nicht zu tabuisieren. Zugegebenermaßen sind manche Themen schwieriger zu besprechen, zum Beispiel weil wir selbst keine Antworten für viele der Probleme und Ungerechtigkeiten in der Gesellschaft haben, aber auch weil wir unsere eigenen Ideale nicht „romantisieren“ wollen. Uns ist es wichtig, dass sich unsere Tochter dazu begeistern kann, in der Welt Positives beizutragen, aber auch, dass wir ehrlich sind und zugeben, dass wir vieles nicht besser wissen, auch wenn wir gegen etwas sind. Ein solcher Umgang ist eine tägliche Herausforderung.

Persönlich finde ich die Heute-Show Sendungen am besten, die es schaffen komisch zu sein, aber gleichzeitig dafür sorgen, dass uns auch mal das Lachen im Halse stecken bleibt. Warum?

Weil mir dieser Planet und alles, was sich darauf befindet, etwas bedeutet. Wir sollten unser Verhalten regelmäßig hinterfragen. Täglich sehe, wie sich die Menschheit streitet und mit Zerstörungswut über den Planeten fegt, dass wir uns um unsere Existenz wirklich fürchten sollten. Darüber sollten wir reden und vor allem sollten wir genau hinhören. Kinder haben die Fähigkeiten, großartige Fragen zu stellen und Erwachsene dazu bringen, ihr Verhalten zu reflektieren. Kinder sind die Spiegel unseres Tuns. An ihrem Verhalten können wir vieles erkennen, wenn wir uns darauf einlassen und sie sind immer auch Hoffnung.

Seht ihr die Regenbögen?

“Mama, was war daran jetzt lustig?”

In einer der letzten Sendungen sprachen wir erst über den Nahostkonflikt, ausgelöst durch den Beitrag über Antisemitismus in Deutschland und wir führten Gespräche über den Hass gegen die Genderterrorisitin. Noch während der Sendung führen wir Gespräche, recherchieren offene Fragen, immer mit der Bemühung Beschuldigungen zu vermeiden, anders als eben in der Satire-Sendung vorgelebt. Auch wenn ich über Satire lachen kann, im Alltag kann ich gegenseitiges Vorwürfe machen nichts abgewinnen, doch oft ist das die Realität. Nicht nur in den Sozialen Medien.

Es gibt jedoch eine Vielzahl an Initiativen, die für Verständnis werben und das auch leben. Auf eine interessante Initiative stieß mich Kollegin Tanja Messerschmidt, die die Human Library im Newslichter entdeckte. Auch das Empathy Museum zählt dazu.

Kürzlich bin ich auf ein dazu passendes Zitat gestoßen:


“Our collective Trauma dissolves as our collective Empathy grows.”

Instagram @IAMSHELBYALEXANDER

In der Empathie-Lounge üben wir ebenfalls gemeinsam, wie „un-judging“ Kommunikation funktioniert.

Wie stellst du dir eine Welt vor, in der es normal ist, dass wir früh lernen, wie wir unsere Vor-Urteile ablegen?

Die Europameisterschaft im Männerfußball hat zum Beispiel dem Dialog um Menschenrechte kürzlich einen Aufschwung verpasst. Medial wird viel geredet über Gleichberechtigung und Vielfalt. Doch sind die Beiträge über Sinn und Unsinn ukrainischer Gesetzesbestimmungen genügend? Sind wir in Deutschland wirklich so viel weiter? Hat wirklich die Mehrheit der Bürger sich mit Themen wie Transgender-Kindheit ausführlich beschäftigt? Und können wir wirklich nachempfinden, wie sich das Leben als Transgender-Kind anfühlt?

Lasst uns Frieden Stiften!

Mit meinem Verständnis für die Welt entsteht gewaltsamer Umgang miteinander immer aus einer empfundenen Verletzung, physisch oder seelisch. Diese Verletzungen können sogar schon Generationen vor uns entstanden sein und werden durch die Kultur in nächste Generationen übermittelt. Der Nahostkonflikt eist dafür ein Beispiel. Letztlich haben beide Seiten das Recht darauf verstanden zu werden, nur wer fängt an, dem anderen das einzugestehen? Dazu braucht es Vertrauen? Doch wo entsteht Vertrauen und wer fängt damit an?

Frieden ist nur dann möglich, wenn alle Beteiligten sich dazu bereit erklären, einander Raum zu geben, um sich gegenseitig verstehen zu wollen und die eigene Mitschuld verantwortungsvoll zu tragen. Wenn wir keinen Weg finden, aus dieser Kette der Gewalt auszubrechen, dann tragen wir mit unseren Taten dazu bei, diesen Schmerz, der sich in Gewalt und Missgunst ausdrückt, weiterzugeben. Wie siehst du das?

Mit dem, was ich tue, möchte ich dafür stehen, dass wir uns füreinander öffnen können. Statt Misstrauen zu verstärken, möchte ich dazu beitragen, dass um mich herum Vertrauen entsteht, wodurch sich stetig wohlwollendes Miteinander entwickelt. Ich weiß, dass es dafür Zeit braucht und gegenseitige Bereitschaft. Die ist nicht immer da. Aber können wir nicht einfach jeden Tag wenigstens ein kleines bisschen Vertrauen säen und Frieden stiften, auch oder vielleicht gerade dort, wo es uns besonders schwerfällt?

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3 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Michael Vaqîl
    26. Juni 2021 08:46

    Heute und hier können wir UNS ändern und entwickeln. Ganz in unserem Tempo!

    Leichter gesagt als getan. Denn wir leben mit und in unserer Umwelt. Die Einflussnahmen in unser “Territorium” von außen (Familie, Politik, Wirtschaft…) sind groß.

    Da ist die Empathie-Lounge ein Raum bzw. gibt Raum für eben diese Entwicklung in uns, und mit uns und anderen.

    Hier ist der ÜBUNGS-RAUM, in dem wir uns miteinander austauschen, fühlen und voneinander lernen.

    Von Herzen Dank für diesen offenen und “bedingunglosen” Äther (Infos unter z. B. https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%84ther_%28Physik%29).

    Ich freue mich sehr auf unsere weiteren Lounges zum gemeinsamen Wachsen…

    Antworten
  • Na und wie ich mich darüber regelmäßig freue lieber Michael 😀
    Vielen Dank für deinen Kommentar. Schön, dass du dir Räume zum Erkunden suchst.

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