Empathie Post: Mit positiven Nebenwirkungen

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Hallo beim wöchentlichen Update von der Empathie-Lounge, dem Übungsplatz für gelingende Kommunikation.

Missverständnisse sind unvermeidbar und in der Empathie-Post dieser Woche findest du ein Heilmittel für kollektive Genesung und eine geeignete Vorsorge um an Missverständnissen weniger zu erkranken. Außerdem erwartet dich ein kleiner Einblick in mein Leben und ich erzähle dir davon, wofür ich gerade dankbar bin.

Ohne Rezept und mit nützlichen Nebenwirkungen

Wir können uns noch so bemühen, sie zu verhindern, Missverständnisse im Miteinander mit anderen Menschen sind unvermeidbar.

Statt wie mit Desinfektionsmitteln zu versuchen, sämtliche Bakterien auszulöschen, jedes mögliche Missverständnis auszurotten, wie wäre es mit der Verbesserung deines kommunikativen Immunsystems? Ich will damit nicht sagen, dass wir uns nicht darum bemühen zu brauchen, um Missverständnisse zu reduzieren. Doch wie bei gesunder Ernährung gibt es auch im Miteinander Zutaten, die sich positiv auf uns auswirken und resilienter machen.

Eine dieser sich sehr positiv auswirkenden Zutaten ist Wertschätzung. Warum? Weil man mit Wertschätzung nicht zu geizig sein kann. Stell dir mal eine Welt vor, in der wir mehr Zeit damit verbringen würden, anderen Menschen unsere Wertschätzung auszudrücken. Und nun stell dir vor, dass wir das nicht nur darauf begrenzen (wie wir es vermutlich meistens machen), was andere erreicht oder geschafft haben, sondern dafür, dass sie vor allem so sind, wie sie sind und die kleinen und großen Eigenschaften, die sie ausmachen.

Wertschätzung zu bekommen fühlt sich nicht nur gut an, sie ist auch Vorsorge und Heilmittel für Missverständnisse. Aber Achtung, ich rede nicht von unehrlicher oder aufgesetzter Wertschätzung. Heuchelei spürt man schon von Weitem. Sei ehrlich, sei interessiert. Man wird dir dankbar sein und es wird deine Beziehungen pflegen und stärken.

Welche gesunden Zutaten für bessere Beziehungen fallen dir gerade ein?

Extraportion

Bei manchen Menschen fällt es dir vielleicht einfacher, sie zu wertschätzen, weil sie für Dinge stehen, die du gut findest. Eine vermutlich größere Herausforderung ist es, jemanden zu schätzen, mit dem man eher nicht so gut auskommt. Wie wäre es, sich darüber mal Gedanken zu machen und genau eine solche Person ehrliche Wertschätzung zukommen zu lassen? Bei wem viele es dir besonders schwer? Wärst du in der Lage?

Ich bin davon überzeugt, wenn wir uns darin üben, verändern wir die Welt zu einem besseren Ort für uns und andere. Wie wäre es, wenn wir eine neue Kultur der Wertschätzung heranwachsen lassen und pflegen?

Wertschätzung sorgt auch dafür, dass zwischen dir und anderen Menschen weniger Misstrauen besteht. Vielleicht verschwindet sie nie ganz. Wir alle bringen unsere eigenen Geschichten mit, mit denen wir uns identifizieren. Wir alle haben unsere Wahrheiten, die wir aus Gewohnheit verteidigen, nicht selten auf ruppige Art.

Geduldig und dankbar wie Löwenzahn

In der letzten Woche habe ich meine Tochter mit der Sendung Löwenzahn vertraut gemacht, nachdem sie schon seit einiger Zeit ein großer Fan ist von „Wissen macht Ah“ (Klugscheißen mit Ralf, Shary und Clarissa) habe ich gedacht, dass es schön wäre, wenn sie auch eine meiner Lieblingssendungen lernen kann, wertzuschätzen. Die Vorstellung, in einem umgebauten Bauwagen mein Leben zu verbringen und mit allerlei mit eigenwilligen Eigenkreationen auszustatten, mag ich immer noch und bewege mich in der Tat täglich mehr darauf zu.

In der Sendung mit Peter Lustig wurde ich mir beim gemeinsamen Schauen bewusst, was mich an der Sendung und insbesondere am Darsteller so faszinierte: die scheinbar unendliche Unbeschwertheit und Geduld.

Mir ging schier das Herz beim Zuschauen auf, als Peter Lustig beim Versuch eine Brücke über einen kleinen Fluss für Frau Barbara (Folge 76. Peter will über den Bach) zu bauen, mehrmals scheiterte und dabei, statt auf die abfälligen Kommentare dieser Dame einzugehen, immer nur dazu lernte und ganz stoisch versuchte weiterhin ihr Herz für sich zu gewinnen.

Was mich diese Sendung lehrte, war weniger, wie man jetzt die beste Brücke baut, sondern mit wie anderen Augen man etwas nach vielen Jahren sehen kann. Für mich hat die Sendung Löwenzahn immer schon für Leichtigkeit, Unbeschwertheit und Geduld gestanden, mir war nur bis letzte Woche nie bewusst, wie sehr die Sendung sich vermutlich auf meine Werte ausgewirkt haben kann.

Dazu musst du vielleicht wissen, dass ich nicht immer in meinem Leben mit großer Geduld gesegnet war (frag nur mal meine Eltern😅). Heutzutage bin ich zumindest für einige Menschen ein Vorbild in Sachen Geduld.

Für mich bedeutete dieser Moment, den ich gemeinsam mit meiner Tochter hatte, dass ich dankbar für meine Fortschritte ein geduldiger Mensch zu werden sein konnte und wertzuschätzen, wie weit ich damit schon gekommen bin. Und es gab mir die Möglichkeit, wieder zu sehen, wo ich noch hinkönnte. Insbesondere auch als Vater.

Welche Eigenschaft hast du dir in deinem Leben über die Zeit angeeignet und warum bist du stolz darauf? Hinterlasse mir doch einen Kommentar.

Lebe sinnvoll,

Björn

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4 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Michael Vaqîl
    8. Mai 2021 08:42

    Lieber Björn,

    die Sendung “Löwenzahn” ist für mich ein sehr schönes Beispiel für vielfältige Bereiche des Lebens. Zum Beispiel für Genügsamkeit, Eigenverantwortung, Do it yourself, Sparsamkeit, nachhaltige Lebensweise und und und… Danke für den Hinweis, hatte ich tatsächlich etwas aus den Augen verloren.

    Freunde und Freudinnen sind für mich -im besten Sinne- auch Sparringspartner, an den ich mich reiben und wachsen kann, ohne ihn oder sie persönlich anzugreifen. Gelingt das, ist es für alle Beteiligten eine fantastische Erfahrung…

    Ich danke allen meinen lieben Freunden, die mit mir diesen Prozess eingehen. Eine Freundschaft ist für mich ohne Bedingungen, doch gegenseitige Wertschätzung sehr wichtig. Durch nonverbale Kommunikation drücke ich /drückt sich für mich Wertschätzung, insbesondere dadurch aus, dass ich gerne Zeit mit dem Menschen verbringe und verbringen darf. Also, lieber Björn, ich fühle mich von dir geehrt, das es so ist.

    Danke sehr, ich trage dich in meinem Herzen!

    Antworten
    • Vielen Dank auch wieder für diesen Kommentar. Es freut mich, dass du dir für meine Beiträge immer wieder erneut Zeit nimmst und, dass scheinbar auch immer wieder was nützliches für dich drin steckt.

      Antworten
  • Lieber Björn,
    ich fühle mich inspiriert. Ertappt? Ja, meine Barmherzigkeit mit den Lästigen lässt bisweilen zu Wünschen übrig. Gerade erst heute morgen. Ich werde in mich gehen und sehen, was ich an diesem Menschen wertschätzen kann. Die Kahunas inspirierten mich auch mit ihrem, “der ist unmöglich aber ein schönes Auto hat er” wo sie in all dem was vielleicht nicht so gefällt etwas die Wucht rausnehmen und die Überleitung zu etwas schönem finden…
    Einen wundervollen Sonntag! Ocean

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    • Vielen Dank für deinen Kommentar Ocean. Ich freue mich immer wieder über deine Beiträge und Gedanken.
      Ich ertappe mich natürlich auch immer wieder selbst 🙂 Das gehört auch dazu. Dazu fällt mir ein, dass ich es früher total schlimm fand, ertappt zu werden. Es war ja in der Regel damit behaftet, verurteilt worden zu sein, zumindest gefühlt. Ich fühl mich auch heutzutage öfter noch ertappt, merke aber oft schnell ganz bewusst, dass da mein Abwehrsystem gerade hochfährt und kann dann ganz oft meinem System schnell das Entwarnungssignal geben. Auch mal ein spannendes Thema für die Lounge.

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