Wachstumschancen für das Selbswertgefühl

Im vorangegangenen Artikel Wo wächst eigentlich Selbstbewusstsein ging es hauptsächlich um das Bewusstsein für die Unterschiede von Wörtern, die oftmals kleine subtile Unterschiede haben. Und, es ging um Situationen, die Unbehagen auslösen. In diesem Beitrag möchte ich nochmal näher auf das Selbstwertgefühl eingehen, dass ich am Ende des letzten Artikels angesprochen haben und versuchen, 1ein paar nützliche Fragen zu stellen, die dabei helfen das persönliche Selbstwertgefühl, die Selbstwertschätzung, die Selbstachtung oder auch Selbstsicherheit und Selbstvertrauen aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten. Es wird über diese Dinge viel geredet und philosophiert, aber am Ende muss sich jeder damit selbst beschäftigen. Ich für meinen Teil habe lange keine Zeit darauf verwendet, mich mir meines eigenen Wertes bewusst zu werden und wenn ich andere Menschen beobachte, fällt mir auf, dass es bei vielen scheinbar nicht anders aussieht. Aber, kann die Fähigkeit, in sich Vertrauen aufzubauen und seine eigenen Fähigkeiten wertzuschätzen nützlich sein, um das Leben besser zu bestimmen? Versuchen wir mal ein wenig nachzuforschen.

Ohne Mehrwertsteuer

Wenn ich mir selbst, bewusst vor Augen führe, warum ich immer wieder in Situationen gerate, die ungewollt panische Körperreaktionen hervorrufen, dann lässt sich das oft auf eine Sache zurückführen. Ich vergleiche mich mit anderen. Sei es unmittelbar mit Menschen in der Umgebung oder Personen, die mich in meinem Leben geprägt haben. Im Kopfkino laufen dann unterschiedliche Szenarien ab.

Es gibt also verschiedene Blickwinkel, meine Leistungen zu betrachten und zu bewerten. Dabei werden die anderen um mich herum genauso von mir bewertet.  Kann ich mich von diesem Bewertungsvergleich mit anderen Menschen trennen, dann finde ich auch meinen eigenen Wert. Denn, je nachdem von wem ich bewertet werde und womit ich mich vergleiche, fällt das Ergebnis unheimlich unterschiedlich aus. Es heißt aber nicht „Dieanderenwert“, sondern vom Selbstwert, oder?

Wenn ich mich zum Beispiel aufgrund eines Bewerbungsgespräches vergleichen muss und nicht schon im Vorhinein aufgeben will, muss ich also eine Strategie finden, mit der ich mich nicht auf das konzentriere, was ich nicht vorweisen kann, sondern muss meine eigenen Stärken und Fähigkeiten kennen. Ultimativ, muss ich auf diese dann vertrauen können.

„…es wird immer jemand geben,

der das braucht, was du ihm gibst!“

Frank Korablin

Könnte es eine Strategie sein, die bisherige Bewertungsgewichtung, die mir mein Umfeld bisher vorgegeben hat zu verändern? Ein Beispiel gefällig?

Stelle dir vor du darfst dich zwischen zwei Dingen entscheiden:

  1. Lebensmittel für eine Woche
  2. Eine Dauerfahrkarte für einen Monat

Was davon hat mehr Wert? Warum? Kann man die beiden Dinge miteinander vergleichen? Wenn ja wie? Macht es überhaupt Sinn? Im täglichem Leben in unser etablierten Leistungsgesellschaft vergleichen wir die ganze Zeit und wenn man sich die Gehälter verschiedener Branchen anschaut, ist das ganz deutlich zu sehen. Ich lasse dir an dieser Stelle Raum für deine eigenen Interpretationen.

Wachstumschancen

Zeit ist relativ, sagte Einstein. Nun, ich bin kein Einstein und werde hier weder versuchen seine Theorien zu widerlegen, noch werde ich dahingehend neue Erkenntnisse zu Tage bringen. Jedoch, nicht nur Zeit ist relativ, denn letztlich ist nur wenig so, wie es scheint.

Dies gilt ebenso für meinen Selbstwert, denn, ob ich viel oder wenig davon habe ist relativ. Alles scheint nur eine Frage der Perspektive. Wie ich auf andere wirke kann ich nur minimal beeinflussen. Nur, wie ich mit mir umgehe, hat maximale Wirkung. Wenn das, was ich tue für mich maximale Bedeutung und Wert hat, dann sollte ich auch fähig sein, meinen Selbstwert nicht zu gering zu bewerten.

„Das Wichtigste im Leben

kannst du dir nur selbst geben:

deinen Selbstwert.“

Gudrun Kropp

100% (und mehr)

Wenn ich etwas tue, in das ich absolut Vertrauen habe, wie beeinflusst das mein Auftreten und meine Gefühle in der Situation? Bin ich dadurch mehr zu leisten im Stande? Wie wirke ich dann auf Andere? Was könnte erreicht werden, wenn dieses Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten jederzeit vollständig wäre?

Würde vielleicht sogar jemand, der denkt, dass ich etwas, in seinen Augen unwichtiges tue, vielleicht plötzlich ein anderes Bild von mir haben?

Ob jemand Ansehen hat, bemessen wir in fast allen Fällen an der Potenz  seines Kontos. Gibt es aber noch andere Möglichkeiten? Ich glaube schon, denn sind wir nicht alle schonmal von außergewöhnlichen Fähigkeiten erstaunt gewesen? Und, haben wir in solchen Momenten dann nicht plötzlich ausgeblendet, dass diese Person vielleicht “nur“ Pizzabäcker war? Wer gerade nicht versteht, was ich meine, der sollte sich das verlinkte Video mit beeindruckenden Fast Workern anschauen. Ich liebe Menschen mit Passion und bin dankbar für jede inspirierende Person, der ich bisher begegnen durfte. Einige davon wirst du hier in Zukunft in der Kategorie Interview kennenlernen können.

Mein Appell an DIch ist deshalb: Lasst uns nicht ständig gegenseitig begrenzen. Sei es auf finanziellen Erfolg. Sei es auf den ausgewählten Beruf (oder aufgezwungenen Job). Auch nicht auf das Geschlecht, oder andere Vorurteile denen wir ständig unterliegen.

Du fragst dich jetzt vielleicht noch ob das jetzt hauptsächlich Talent oder Leidenschaft ist, was Menschen erfolgreich macht. Erfahren kann man das vor allem, wenn man sich mit diesen Menschen unterhält. Wann hast Du das letzte Mal jemanden, mit vermeintlich außergewöhnlichen Fähigkeiten oder besonderer Leidenschaft unterhalten? Könnten solche Gespräche dein Leben positiv beeinflussen? Möglicherweise bist du Dir dessen sogar sicher, nur, Hand aufs Herz, wie intensiv strebst du nach solchen Momenten? Vielleicht ist gar nicht entscheidend was wir tun, sondern allein die Art wie wir etwas tun. Mit welcher Passion wir etwas tun und mit welcher Überzeugung wir unsere Position vertreten. Erst kürzlich hatte ich ein inspierierendes Gespräch mit einem Optiker!!

…und wie ging es jetzt mit Bernd weiter?

Im Verlaufe des Assessment Center, stellte sich letztlich heraus, dass dieser Bernd, vor dem ich mich so fürchtete, mit mir überhaupt nicht vergleichbar war, denn ziemlich offensichtlich waren unsere Werte völlig verschieden. Wir waren in allen Belangen so unterschiedlich, dass sicher niemand nur überhaupt auf die Idee kommen würde uns zu vergleichen. Das wäre nämlich in etwa so schwierig, als würde man versuchen Wasser und Feuer gegeneinanderzustellen. Wen beide aufeinandertreffen, dann verdunstet das Wasser und das Feuer erlischt.
Für ihn war wichtig, was er so alles an den top Unis in der ganzen Welt geleistet hat und welches Wissen er so alles mit sich trägt. Während er seine Rede hielt, bei der jeder Politiker gegen ihn Dumm-wie-Brot aussehen würde, gab ich in den Gesprächen einen Ausblick auf das, was meine Vorstellungen von guter Arbeit sind, was ich richtig und wichtig finde und wofür ich mit meiner Persönlichkeit stehe. Was davon die Personaler bevorzugten lag nicht in meiner Macht. Was sonst noch in meiner Macht lag war, war die verschiedenen Leistungstest gut zu meistern.

Meine Leistungstests bekamen mäßige bis gute Bewertungen, also Durchschnitt. Ich war schon immer mit Prüfungen auf Kriegsfuß. Meine Rückblickend schlimmste und schönste Bewertung teile ich demnächst. Interessant war aber letztlich die Rückmeldung, als ich den Job tatsächlich bekommen habe. Es hieß dort, dass insbesondere mein Auftreten sehr positiv aufgefasst wurde. Aha, einiges davon war also gut, sodass ich den Job bekam…nach einigen Jahren Arbeit, habe ich aber noch weitere Erkenntnisse gewonnen.

Bernd (der eigentlich nicht Bernd hieß) habe ich nie wiedergesehen – aber es wäre nach etwa 10 Jahren sicher eine sehr interessante Begegnung. Heute würde ich ihm die Hand selbstverständlich geben und vermutlich ein lockeres Gespräch halten. Nicht, weil ich mittlerweile ein achsogeiler Typ geworden bin, sondern aus generellem Interesse für Menschen.

Vor welchen Menschen würdest du in Ehrfurcht erstarren und was glaubst du warum das so ist? Wer hat dich beeindruckt und geprägt? Teile deine Erfahrungen auf deinen Sozialen Netzwerken oder hier im Kommentarbereich.

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