Warum ich ein Leben in friedlicher Rebellion lebe

Das Leben auf diesem Planeten ist komplex und obwohl vermutlich jeder nur das Beste beitragen will, ist es gar nicht so einfach “das Richtige” zu tun. Je länger man sich mit der Frage beschäftigt, was richtig und was falsch ist, desto mehr scheint sich herauszustellen, dass es das vermutlich gar nicht gibt. Es kommt daher vielleicht der Gedanke zum Vorschein, dass es sich letztlich gar nicht lohnt, sich für etwas einzusetzen.

Am letzten Wochenende war ich mit meiner Familie in London auf einer Demo der Extinction Rebellion. Dort, wo tausende Menschen friedvoll Einsatz gezeigt haben und gar Opfer erbracht haben, um dafür zu sorgen, eine Welt zu erschaffen, die auch für zukünftige Generationen lebenswert ist.

Erfahre was eine Demonstration mit meiner Radtour zu tun hat, was ich dort gelernt habe und erhalte neue Details zu meinem Vorhaben.
Dieser Beitrag ist mein Plädoyer dafür, nie aufzugeben das zu tun, was man selbst für bedeutend hält.

Mein erster Besuch einer Demonstration

Extinction Rebellion – bedeutet so viel wie
die Rebellion gegen ein Massensterben.

Es gibt viele wissenschaftlich belegte
Indizien, die darauf hinweisen, dass ein Massensterben in nicht allzu ferner
Zeit absehbar sein kann.

Genauso stehen auf der anderen Seite diejenigen, die behaupten, dass das Ganze reiner Unfug sei und nur Panikmache. Und sicher gibt es auch darüber Studien, die das belegen würden. Mein Ziel ist es aber nicht, in diesem Beitrag darauf weiter einzugehen. Vielmehr möchte ich darüber schreiben, welche Dinge mich beim Besuch beeindruckt haben:

  • Eine breite Bereitschaft Konsequenzen für das eigene Verhalten zu tragen – auch wenn die schwerwiegend sein können. Dafür gab es dort sogar überall regelmäßig Workshops
  • Die friedvolle Herangehensweise, trotz gewaltvollen, provokativen Gegenaktionen
  • Der kommunikationsorientierte Fokus – Die Forderungen werden deutlich gemacht, aber es wurde nicht vergessen, dass Zuhören gleichwertig ist
  • Außerdem war überall Folgendes zu beobachten:
    • Hilfsbereitschaft –
    • Überall proaktive Beteiligung – egal ob direkt mit dem Thema verbunden, oder „nur“ um für Mitmenschen die Situation zu verbessern. – sogar für die Polizisten, die gegen die Proteste vorgehen mussten.
    • Es gab freies Essen und Getränke für jeden
    • Offene Mikrofone – jeder hat die Möglichkeit sich einzubringen!
    • Kurse – Informativ und Unterhaltung
    • Kunst- und Kulturangebote
    • Ostereiersuche für Kinder
    • Oder einfach nur eine Umarmung

Für mich sind das alles Dinge, für die ich meine Augen auch auf meiner Radrundreise aufhalten werde. Versammlungen wie die in London sind wichtig und bewirken mehr Aufmerksamkeit, als die kleinen Aktionen vor der eigenen Tür. Aber sie sind nicht wichtiger und sollten vor allem keine Ausnahmen sein.

Wissen und Handeln in Einklang bringen

Kurze Reise in die Vergangenheit: Als ich so um das Jahr 2000 eine Berufsausbildung zum Konditor gemacht habe, gab es für mich als 16-jährigen vieles, worüber es sich meiner Meinung nach lohnte zu beklagen – und leider hielt das sogar noch eine ganze Weile an, denn bei mir dauerte es ziemlich lange, bis ich wirklich begriff, was Verantwortung übernehmen bedeutet. Wenn ich an diese Zeit zurückdenke, dann frage ich mich heute, warum ich nicht wenigstens auf eine meiner Ideen von heute gekommen bin, oder mit jemanden gemeinsam versucht habe, etwas zu ändern? Was hat mir gefehlt? Es hätte sicher einige Dinge gegeben, für die ich mich hätte mit anderen Menschen versammeln können.

Aber es bringt ja nichts, die Vergangenheit kann ich nicht ändern. Aber meine Jammerei von damals hat auch etwas Positives – Wann immer ich heutzutage aus irgendwelchen Gründen in eine Situation gerate, in der ich mich erwähne, ohnmächtig der Situation ausgeliefert zu sein, erinnere ich mich an die Heulboje von damals zurück und weiß es besser. Es gibt immer einen Weg – einziges Problem: Ich kenne ihn nur gerade nicht!

Zeit für Aktionismus

Was hat das jetzt mit meiner Radtour zu tun? Nun, vor allem haben sich eine ganze Menge Menschen an einem Ort versammelt, um sich für gemeinsame Ziele einzusetzen, die ihnen wichtig sind, und die ihrer Meinung nach nicht genügend Beachtung bekommen. Darum geht es im Grunde auch auf meiner Reise. Die Veranstaltung hat mir daher noch mal neue Impulse gegeben und Vorfreude in mir geschürt, etwas zu tun, wovor ich noch ordentlich Respekt habe.

Auf Reisen trifft man zumeist auf besondere Menschen, leider oft nur ein einziges Mal. Wie wunderbar wäre es gewesen, wenn ich all diese Momente in der Vergangenheit dokumentiert hätte, oder mit den Menschen mitteilen könnte, wozu sie mich letztlich inspiriert haben. Auf meiner Tour habe ich genau das vor. Verpasse also nicht, ab 1. August dabei zu sein und beginne schon jetzt das Wort zu streuen. Ich zähle auf dich.

Die Spendenseite für das erste Projekt ist übrigens schon aktiv. Klicke auf Your Little Planet, um mehr zu erfahren, oder begebe dich direkt zur Spendenseite.

Lebe sinnvoll,

Björn

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