Warum steigt jemand für Empathie auf ein Rad?

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Der Psychologe und Neurowissenschaftler Claus Lamm sagte in einem interessanten Interview bei Deutschlandfunk: “dass Empathie so was ist wie – auf Englisch sagt man ‘the social glue’ – der soziale Klebstoff, der uns ermöglicht zusammenzuleben.” Er ergänzt diesen Satz damit, dass dies aber kein Automatismus ist, und meint damit, dass sich um das Zusammenleben aktiv gekümmert werden muss.

Im Alltag treffe ich immer wieder auf großartige Beispiele für gesellschaftliches Miteinander, aber auch sehr schlechte Beispiele, die dazu verleiten können zu glauben, dass bei der Spezies Mensch Malz und Hopfen verloren ist. Wie siehst du das?

Für die nächsten zwei Beiträge habe ich ein wenig für dich geforscht und ein paar interessante Hintergründe, persönliche Erfahrungen, sowie Fakten und Beispiele zum Thema Empathie herausgekramt, die vielleicht auch deutlicher machen, warum ich meine Radrundreise Empathie Tour nenne.

Füreinander Empathie empfinden

Fühlst du dich jeden Tag von deinen Mitmenschen verstanden und hast das Gefühl, dass das was du tust, einen positiven Einfluss auf die Welt hat? Ich bin mir nicht ganz sicher was meine Antwort wäre.

Manche Menschen machen Weltreisen, um sich davon ein Bild zu machen und andere bleiben immer an einem Ort. Doch egal welcher Typ wir sind, den Wunsch, friedlich miteinander zu leben tragen wir eigentlich alle in uns, auch wenn die Herangehensweise und Überzeugungen teils extrem unterschiedlich sind.

Selbst werde ich dafür nicht um die ganze Welt fliegen und reisen. Ich mache mich aber dennoch mit der Empathie Tour auf eine vermutlich lehrreiche Erfahrungsreise.

Wie schwer oder leicht fällt es dir, dich in die Gefühlslage anderer hineinzuversetzen? Ich meine, insbesondere, wenn sie vielleicht völlig anderer Ansicht und Meinung sind als du.

Ab auf den Sattel

Es ist schon verlockend einfach heutzutage. Für 29 Euro mal eben von London nach Düsseldorf? Kein Problem. Nur früh genug buchen und schon kannst du billig fliegen. Im Flieger setzt man einfach die Kopfhörer auf, so lässt sich der Sitznachbar wunderbar ignorieren. Kommt dir bekannt vor? Die Möglichkeiten im elektrischen und motorisierten Zeitalter hat uns zwar einerseits große Freiheit ermöglicht, aber sie hat uns auch um die Möglichkeit beraubt, entlang der Strecke etwas zu entdecken. Zum Beispiel wunderbare kleine Orte, tolle Naturlandschaften und nicht zuletzt, großartige Menschen.

In den letzten Jahren habe ich beschlossen: Wenn ich irgendwo hin möchte, dann soll die Reise keine lästige Notwendigkeit sein, sondern eine Möglichkeit. Stattdessen versuche ich achtsamer von a nach b zu gelangen.

Miteinander leben

Es gibt viele aktive Menschen und Projekte, die dafür sorgen unser Leben täglich besser zu machen oder Missstände zu beseitigen. Oftmals erregen sie nicht die große Aufmerksamkeit, oder erscheinen als einzelnes Projekt bedeutungslos, verglichen mit den großen Problemen dieser Welt. Ich glaube aber, dass die großen Probleme dieser Welt nur gelöst werden können, wenn es genügend Menschen gibt, die sich um die vermeintlich kleinen Probleme kümmern. Letztendlich wissen wir nie, welche großen Einfluss eine vermeintlich kleine Sache haben kann.

Ich öffne mich mich deswegen für das, was andere Menschen, weil es ihnen wichtig ist, tun. Gerne möchte an ihren Visionen teilhaben und kann hoffentlich hier und da etwas geben.

Interesse und ein Drahtesel

Ich dachte lange von mir selbst, dass ich ein guter Zuhörer war und anderen Menschen Achtsamkeit schenkte. Eines Tage aber behauptete aber jemand, dass ich dies nicht tue.

Es war ja nicht so, dass ich anderen Menschen nicht zugehört hätte, aber meine Emotionen und Erfahrungen wollten immer gleich ihren Senf dazu geben. Was könnten und würden dir andere Menschen sagen, wenn du dich und deine Meinungen zurücknehmen würdest? Könnte das einen Unterschied in deinen Beziehungen und Gesprächen mit anderen machen?

Vermutlich haben wir alle ein gleich großes Bedürfnis selbst von unseren Mitmenschen verstanden zu werden, wie sieht das jedoch ehrlicherweise aus, wenn jemand anderes uns bewertet?

Mein Ziel für meine Reise ist also: Reden lassen, aktiv zuhören und ein Mitfühlender Reisender sein.

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